Neuweltkameliden
LAMA (LAMA GLAMA)

Das Lama gehört zur Ordnung der Paarhufern, der Unterordnung der Schwielensohler(Tylopoda) und zu der Gattung der höckerlosen Verwandten der Dromedare und Trampeltiere.
Die Lamas leben in größeren Höhen der Andengebiete wie auch die Vinkunjas und die Wildart der Lamas, Guanakos.
Das Vikunja mit seiner nur kleinen Körpergröße von 1,10 m ist in seiner Heimat sehr selten geworden. Sie werden nur noch in sehr großen Höhen angetroffen.

Unsere domestizierten Lamas hingegen stammen von den Guanakos ab, die größer als die Vikunjas sind und die es in ihrem Ursprungsland immer noch recht häufig gibt.
Es gab eine Zeit da waren diese Tiere in Argentinien sogar vom Aussterben bedroht. Dies hat sich zum Glück in den letzten Jahren wieder geändert und der Bestand der der Guanakos nimmt wieder zu.

Unsere Ur- Lamas selbst wurden von den Inkas gezähmt. Sie waren und sind auf den schmalen Wegen und Pfaden das wichtigste Transportmittel in den Anden. Zwar können Lamas keine großen Lasten tragen, aber selbst die engsten Pfade können von ihnen bewältigt werden. Oft sieht man lange Reihen von ihnen über die schmalen Wege ziehen.

Wo ein Lama auch geht, es gibt keinen Trittschaden (sehr bodenschonend).

In ihren Ursprungsländern werden sie nicht nur als Lasttiere genutzt, sindern auch zur Fleischgewinnung gezüchtet. Ihr Fleisch ist cholesterin- und fettarm und gilt als Delikatesse.

Die kleinere Lamaart Alpaka wird zur Wollgewinnung gezüchtet. Alpakawolle ist mit die teuerste Wolle, die es gibt. Sie ist in ihrer Struktur so fein, dass zur weiteren Verarbeitung Schafswolle mit versponnen werden muss.

Standard-Lamas erreichen bei einer Größe von 1,10–1,20 m ein Gewicht von 120-150 kg, ein Fohlen wiegt beid er Geburt ca. 11-15 kg. Es gibt sie in ca. 25 unterschiedlichsten Farbvariationen.

Die weiblichen Lamas sind mit 18 – 24 Monaten geschlechtsreif und nach einer Tragezeit von durchschnittlich 365 Tagen kommt in der Regel ein Fohlen zur Welt. Die Tragezeit kann in seltenen Fällen von 327- 386 Tagen variieren. Selten kommt es auch zu Zwillingsgeburten.

Ein Lama kann kann bis zu 20 Jahren alt werden und kann bis ins hohe Alter Fohlen bekommen. Unsere LAURA (13 Jahre) hat im März 2006 erst ein gesundes Stutfohlen zur Welt gebracht.

Die uns am meisten gestellte Frage:
Was macht man denn mit einem Lama ?

Hier einige Antworten:

  • Lamas eignen sich besonders als Landschaftspfleger, da es sich um Schwielensohler handelt kommt es nicht zu Trittschäden. Darüber hinaus gibt es Im gegensatz zu anderen Tierarten (Ziegen, Schafe, Pferde, Rehe, Dammwild) keine Verbissschäden an Bäumen und Sträuchern.

  • Aufgrund der Tatsache das Lamas sehr aufmerksam und lernfähig sind, verwundert es nicht das sie zu therapeutischen Zwecken bei behinderten und auch suchtkranken Menschen eingesetzt werden.

  • Ebenfalls werden sie immer häufiger als Packtiere für Trekkingtouren eingesetzt.
    Auch gibt es die Möglichkeit ein Lama bei einer Wanderreittour mitzunehmen.

  • Sogar als „Wachhunde“eigenen sie sich sehr gut. Bei uns zwar noch wenig praktiziert, werden Lamas (meist Hengste) dafür eingesetzt Schafs- und auch Rinderherden vor Raubtieren wie Kojoten, Wölfen, Füchsen etc. zu bewachen.
    Auch bei uns kam es schon vor das unser Hengst seine Herde beschützte und einem Fuchs den Garaus machte.

  • Natürlich steht bei den Verwandten, den Alpakas, die Wollgewinnung im Vordergrund.
    Lamas müssen nicht geschoren werden (können es aber durchaus), Alpakas jedoch alle 2 Jahre.

  • Auch immer häufiger werden Lamas in Tierparks gesichtet, ebenfalls in Zirkusmanegen.
    Schwer im Kommen für alle Lama- und Alpakahalter: Tuniere, ähnlich denen der Agility-Tuniere bei Hunden.

So und nun zu mir:

Mein Name ist Peter Michels und ich lebe mit meinen z.Zt. 9 Lamas (3 Fohlen werden dieses Jahr noch geworfen) in Uersfeld, einem kleinen Dorf in der Eifel.

Die Lamas sind nunmehr seit 1993 mein Hobby. Ich halte diese Tiere hauptsächlich zur Landschaftspflege, aber auch zur Zucht.

8 Stuten (davon 2 Fohlen) und 1 Hengst gehören zu meiner Herde. Sie können Tag und Nacht auf Wiesen und Wäldern umherlaufen und so in ihrem natürlichen Lebensraum aufwachsen.
Natürlich gibt es auch einen Unterstand ,der aber von den Tieren eher selten genutzt wird.

Ich füttere den Tieren Heu bei, alles andere finden sie auf den Wiesen. Im Winter haben die Tiere selbstverständlich die Möglichkeit in den Offenstall zu gehen, der zur Winterwiese gehört. Bei allzu schlechtem Wetter wird dieser gerne genutzt, ansonsten tummelt man sich draußen und pflegt Kontakt zu den Artgenossen.

Auch verstehen sie sich gut mit den Pferden, die ebenfalls mein Hobby sind. Es kam schon vor das Pferde und Lamas auf einer Wiese standen, es gab keine Reibereien.

Um auf das Thema "Spucken" zu kommen, muss ich sagen: Lamas spucken, um ihre Rangordnung in der Herde zu regeln, Hengste wenn sie wenn sie um eine Stute kämpfen oder wenn es ums Futter geht.

Menschen werden äußerst selten, fast nie bespuckt, es sei denn es handelt sich um fehlgeprägte Tiere, wobei es sich beim Spucken dann um das kleinere Übel handelt.
Fehlgeprägte Tiere können sehr gefährlich werden. Wenn es als Fohlen las Haustier verhätschelt wurde, als ausgewachsenes Tier aber seine Rangordnung durchsetzen will, kann es seinen Halter als Konkurrenz ansehen und dann irgendwann angreifen.

Deshalb sollte man immer daran denken, diese Tiere artgerecht zu halten. So süß sie auch aussehen, es sind keine Kuscheltiere.

Ebenfalls 1993 wurde der Verein der Halter, Züchter und Freunde der Neuweltkameliden e.V. gegründet, in dem ich auch von Anfang an Mitglied bin.
Dort werden Zuchtbücher geführt, Ausstellungen und Seminare organisiert. Es gibt auch eine eigene Vereinszeitung.

Aufgrund meines Hobbys hatte ich auch schon prominenten Besuch.
  • Desiree Nosbusch hat für die RTL-Sendung „Natürlich" einen Bericht über Lamas bei mir gedreht.
  • Auch Uta Over hat für die Zeitschrift „Geliebtes Haustier“ bei mir und den Lamas recherchiert.
  • In verschiedenen Zeitschriften sind Artikel über meine Lamaherde erschienen wie z.B. in der RBZ im Jahr 2000.
Ich würde mich freuen, wenn ich Interesse geweckt habe und auch sie zu mir in die Eifel kämen um mir und meinen Lamas einen Besuch abzustatten.

Rheinische Bauernzeitung 30/2000
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